Vortrag von Roger Köppel, Verleger und Chefredakteur „Die Weltwoche“, Zürich,
anlässlich der 12. Heimeier - Jahresveranstaltung am 15. November 2010 im Neuen Schloss in Stuttgart.

In seinem Vortrag konstatierte Roger Köppel, dass es kein Zufall sei, dass in Deutschland der Ruf nach direkter Demokratie in jüngster Zeit zunehme: „Die Bürger blicken sorgenvoll auf einen Haushalt, der aus dem Ruder läuft. Sie misstrauen den Garantien der Politik, der Staat könne auch in Zukunft ihre Lebenslasten vorsorglich tragen. Wenn der Staat die Ausgaben nicht mehr im Griff hat, wächst das Bedürfnis, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen oder zumindest stärker zu beeinflussen.“

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Köppel betonte, dass ihm nicht daran gelegen sei, den Deutschen das Schweizerische politische System als vorbildlich aufzunötigen, zeigte sich aber von den Vorteilen der direkten Demokratie für Wirtschaft und Politik überzeugt: „Aus unternehmerischer Sicht kann man sagen: Direkte Demokratie ist gut für die Wirtschaft. Die Bürger hindern den Staat daran, sich in alle Lebensbereiche einzumischen. Sie wehren sich gegen übertriebene Steuern und Abgaben.“ Und: “Es gibt keine Versicherung gegen Irrtümer und Fehler, aber die direkte Demokratie hat den unschätzbaren Vorteil, dass sie die staatliche Monopolmacht begrenzt und täglich neu herausfordert. Indem der Kreis der Bürger, die sich an politischen Entscheidungen beteiligen, größer wird, werden die Debatten anspruchsvoller, intensiver und ja nach Thema auch gegensätzlicher. Das senkt die Gefahr, dass sich Extremismen und Dummheiten durchsetzen können.“

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Roger Köppel beschloss seinen Vortrag mit einem Zitat seines Schweizerischen Landsmannes, des bekannten Fernseh-Moderators Kurt Felix: „Deutschland hat glückliche Politiker und ein unglückliches Volk. Bei der Schweiz ist es umgekehrt. Sie hat unglückliche Politiker, aber ein glückliches Volk.“ Köppel selber fügte noch hinzu: „Deutschland kann es wagen, seine Politiker etwas unglücklicher zu machen. Seine Bürger und seine Unternehmer werden dankbar sein.“

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